Montag, 22. Februar 2016

Uruguay von A bis Z oder eher querbeet

Hey meine Lieben,
da es momentan nicht so viel Neues gibt, dachte ich mir, ich könnte ja mal generell über Uruguay schreiben, erst wollte ich das so wie ein A bis Z Wörtbuch machen, aber mir persönlich gefällt ein Text, indem viele Sachen etwas mehr durcheinander genannt werden besser.

Also fangen wir mal an, los gehts sogar mit A, genauergesagt mit Autofahren: Wenn man in Uruguay Autofährt, wird der Anschnallgurt eigentlich nicht benutzt. Ab und zu wird er auf großen Straßen (Rutas) benutzt, das kommt aber sehr auf die Fahrer und Insassen des Autos an, in der Stadt wird er nie benutzt, weshalb ich am ersten Tag in Dolores auch ziemlich komisch angeguckt worden bin, weil ich mich anschnallen wollte. Dann Punkt zwei, die Hupe des Autos hat auch eine andere Funktion als in Deutschland: Hier wird die Hupe benutzt um Freunde, die man vorbeilaufen sieht, anzuhupen, damit sie einen sehen und grüßen - die Hupe wird nicht zum "Beeilen" im Verkehr wie in Deutschland genutzt, denn wie ihr viellicht wisst, ist in Uruguay "Todo tranqui" [alles ruhig].
In Autos werden auch gerne mehr Personen befördert als normalerweise angedacht, ich bin schon in einem ziemlich kleinem Auto mit ungefähr 8 bis 10 Personen gefahren, in Deutschland eher unvorstellbar.
Was auch noch ziemlich uruguayisch ist, vorallem hier in Dolores, ist es eine "vuelta" zu fahren, das wird meistens gegen Abend gemacht und heißt auf gutdeutsch einfach ein bisschen mit dem Auto herumfahren, vielleicht ein paar Leute (wie oben erwähnt) anhupen und über Leute reden, die man beim Vorbeifahren sieht.

Krass, wieviel ich schon zum Autofahren schreiben kann, aber fast jeder hier hat ein Auto & wenn kein Auto, dann ein "Moto". Ich kenne die Bezeichnung auf Deutsch für "Moto" nicht, denn meiner Meinung nach sind das keine Roller, aber auch keine Motorräder - aber ich bin jetzt auch nicht so belesen in dem Thema... (mein Papa weiß da betsimmt mehr). Also eigentlich besitzt jede Familie mindestens ein "Moto" und auch diese werden, wie die Autos, gerne mit mehr als zwei Personen gefahren, gesehen habe ich schon 6 Menschen auf einer "Moto". Gefahren wird hauptsächlich mit Helm, das ist Gesetz, aber nachts wird auch gerne ohne gefahren, da nachts nicht so oft kontrolliert wird.

Jetzt ein krasser Themenwechsel, Essen. Wenn du einen Uruguayo fragst, was typisches Essen in Uruguay ist, wird er dir wahrscheinlich antworten "Asado" und damit hat er recht. Asado ist viel Fleisch gegrillt in einem speziellen Grill, den jeder draußen im Garten (und manche auch drinnen) haben. Die Definition von viel Fleisch ist ungefähr so: man nehme das, was eine vierköpfige Familie in Deutschland bei einem ganz normalen Grillen isst und multipliziere es mit 5 bis 10 (kommt drauf an, wieviele Leute mitessen). Das Fleisch schmeckt mir ziemlich gut und meiner Meinung nach, ist es Rind.
Das zweite, was der Uruguayo dir sagen wird, ist "Chivito", ein Burger aus Ziegenfleisch (soweit ich weiß).
Danach wird er dir zu Milanesas raten ("typisch uruguayisch: Schnitzel! Mir wurde das öfters schon als typisch uruguayisch empfohlen) und dann irgendwann kommen Pizza, Hamburger und Panchos (HotDogs). Diese Gerichte gibt es normalerweise mindestens alle ein bis zwei Wochen und so sieht man: URUGUAYS KÜCHE IST FLEISCHHALTIG.
Einen Punkt, den ich hinzufügen muss und in dem mir viele ATS zustimmen ist, dass die Uruguayos mehr Reis konsumieren, als viele Asiaten, da es fast zu allem Reis gibt (wenn nicht Reis, dann Nudeln).
Die Mahlzeiten sind auch etwas anders als in Deutschland. Hier wird fast gar nichts gefrühstückt, meistens nur Kaffee (Pulverkaffee) oder Milch/Kakao getrunken, wenn es was zum Frühstück gibt, dann Bizcochos, so kleine Gebäckteile. Das Mittagessen ist meist eins der obigen genannten Dinge, aber Asado gibts eher nur am Wochenende. Dann zwischen 16:30 und 18:30 Uhr gibt es "Merienda" - das ist Milch, Kakao oder Mate gerne mit irgendetwas Süßem (Bizcochos, Kekse, Kuchen usw.). Dann gibt es Abendessen, normalerweise zwischen 22 und 0 Uhr.
Wie man schon sieht, sind süße Sachen sehr wichtig in Uruguay, die wohl wichtigste ist Dulce de Leche, eine Art Karamellcreme, die überall verarbeitet wird, die es aber auch pur gibt. Dann auch eine typische Süßigkeit: Alfajores, das sind meist zwei oder drei Kekse immer durch eine Schicht Dulce de Leche getrennt und mit Schokolade umhüllt, exquisit!
Was auch sehr wichtig ist, sind Tortas Fritas. Das sind fritierte Teigfladen, die sehr gut schmecken und die es vorallem bei Regen zu kaufen sind, da es Tradition ist, sie bei Regen zu essen.

Uruguay ist das Land des Mate, aber viele kennen Mate gar nicht, hier die Erklärung: Für einen Mate braucht man eigentlich nur vier Dinge: Yerba ("Matepulver"), einen Mate (spezieller Becher), eine Bombilla (spezieller Strohhalm) und eine Thermoskanne mit heißem, aber nicht zu heißem Wasser.
Die Yerba [sprich scherba] und die Bombilla [sprich Bombischa] werden in einer speziellen Art und Weise in den Mate getan und dann wird etwas Wasser (kommt auf die Größe des Mate an) darauf gegossen, der, der mit Trinken an der Reihe ist, saugt einfach am Strohhalm bis kein Wasser mehr vorhanden ist.
Mate kann allein, zu zweit oder auch in der Gruppe getrunken werden, in der Gruppe gibt es einen Servidor, der den Mate jedes Mal wieder neu einschenkt und in der Gruppe im Uhrzeigersinn herumreicht: WICHTIG ist, das, wenn man mit trinken dran ist, den Mate komplett austrinken muss, bevor man ihn an den Servidor zurück reicht, weil das sonst unhöflich ist: [Keya und ich haben das auf der ersten Orientación gleich erklärt bekommen]

Das wars jetzt erstmal, ich konnte eigentlich nur wenig erklären, denn Uruguay hat viel mehr Facetten, als das alles. ich hoffe man kann es einigermaßen verstehen, was, was ist. Ich habe leider momentan wenige Bilder, weil mein Handy kaputt ist und ich diese Essensfotos alle darauf gespeichert habe. (Speicherkarte müsste noch leben)

Ich denke, wenn ich Lust habe, wird davon noch ein Teil zwei kommen, dann vielleicht auch mit mehr Bildern.


Dulce de Leche

Mate

Samstag, 6. Februar 2016

Eins der 7 neuen Weltwunder: Las cataratas de Iguazú

Hallo liebe Leute,
es gibt schon wieder einen neuen Post, denn letztes Wochenende und diese Woche war ich auf der MidYear Orientation in Canelones, einem weiterem Departamento von Uruguay, und außerdem, wie der Titel schon sagt, waren wir bei den Cataratas de Iguazú.

Orientación
Am 30.01 sind wir 6 Austauschschüler aus Dolores nach Montevideo zum Treffpunkt für die Orientation gefahren, natürlich nicht irgendwann nachmittags, nein, sondern um die unmenschliche Zeit 3.30 Uhr. ich bin mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren, weil unser Auto kaputt war.
Wir sind dann so gegen 8 Uhr morgens in Montevideo angekommen, wo wir schon ganz viele andere ATS getroffen haben, dann sind wir weiter mit einem Bus nach Canelones, das gleich neben Montevideo liegt, gefahren. Schon auf der Fahrt dorthin haben wir in der Dreisprachenverwirrung aus Deutsch, Englisch und Spanisch geredet.
Angekommen haben wir erstmal unsere Hütten für diese Nacht bezogen und dann gab es auch schon bald essen. Am Nachmittag hatten wir dann Arbeitsgruppen, in denen wir über unsere Zeit in Uruguay gesprochen haben. Später sind wir noch an den Strand, welcher quasi an unser Campamento gegrenzt hat. Ins Wasser gegangen bin ich nicht, aber wir haben Truco am Strand gespielt und Mate getrunken :)
Am Sonntag ging es gleich nach dem Frühstück in die Arbeitsgruppen und am späten Nachmittag sind manche von uns, ich auch, nochmal an den Strand gegangen. Dort haben wir ein lustiges Spiel gespielt. Am Ende ist dann alles in einer Wasserschlacht geendet, wobei einige ATS, aber auch Teamer ziemlich nass geworden oder sogar ins Meer geschmissen worden sind.

Unsere Hütten
 
Iguazú
Kurz danach, gegen 19:30 Uhr, sind wir losgefahren zu den Cataratas. Ich habe neben Wiebke gesessen (die übrigens mal ganz dringend ihren Blog weiterschreiben muss) und es war total lustig. Irgendwann saß ich dann mal kurz neben Lisa aus Schweden und ich habe ein bisschen schwedisch vorgelesen, das war auch sehr interessant. Dann später war ich wieder bei Wiebke und wir haben geschlafen, leider wurden wir ca. 2h später wieder aufgeweckt, da wir an der Grenze zu Argentinien, in Salto, aussteigen mussten, um unsere Pässe abstempeln zu lassen. Wir waren bis 4 Uhr an der Grenze, da es mit Claras Visum, da sie aus den USA kommt, Probleme gab und sie fast nicht einreisen durfte.
Als es dann endlich weiterging, haben wir wieder geschlafen.
Irgendwann morgens gab es ein kleines Frühstück im Bus und wir haben die Reise kartenspielend und redend verbracht. Man kann mit den Truco Karten doch mehr Spiele spielen, als so mancheiner dachte, haha.
Gegen 18.30 Uhr abends kamen wir dann endlich in unserem Hotel in Brasilien an. Keya und ich hatten zu zweit ein Fünferzimmer bekommen, sodass Hannah später noch bei uns eingezogen ist. Ja..., die Latinos und die Zimmer, einige der gebuchten Zimmer waren besetzt und viele, so wie unseres, mit mehr Betten als benötigt.
Nach dem Beziehen der Zimmer gab es schon Abendessen und davor sind einige ATSund ich noch in den Hotel Pool gesprungen :)
Wir haben in der Nacht noch lange gelabert und natürlich, man kennt uns mittlerweile, zu dritt im Ehebett geschlafen :)

Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, um die Wasserfälle auf der brasilianischen Seite zu besichtigen. Diese machen nur 20% der kompletten Wasserfälle aus und sind doch schon extrem groß. Nach dem Mittagessen sind wir, leider bei Regen mit speziellen Trucks in den Wald (ich bin nicht sicher, ob es schon Regenwald war, deshalb nenne ich es jetztmal Vorregenwald) gefahren und dort sind wir an einem Seil gesichert, wie in einem Kletterwald in Deutschland durch den Wald gesaust, also eine Art Seilbahn, dann haben wir uns noch an einer Felswand abgeseilt, was auch ziemlich cool war.
Am Abend waren wir dann ziemlich schick essen und haben dort auch eine Tanzshow gesehen, in welcher acht verschiedene Länder Südamerikas dargestellt wurden.
Später im Hotel haben wir wieder ewig gelabert.

Am Mittwoch haben wir uns die Cataratas auf der argentinischen Seite angesehen und die haben mir NOCH besser gefallen, las die brasilianischen. Vorallem dann, als wir mit einem Schlauchboot ganz nah herangefahren sind. Leider habe ich an diesem Tag keine Fotos gemacht, da es a) geregnet hat und b) wir durch die Wasserfääle so nass geworden sind, dass ich es nicht riskieren wollte, meine Kamera mit vielen tollen Bilder drauf, kaputt zu machen. Außerdem ist es eh viel besser, die Erinnerungen im Kopf zu haben und vielleicht bekomme ich ja noch von anderen YFUlern Bilder :)
Am Nachmittag waren wir dann noch zur Carganta de Diablo, (übersetzt: Hals des Teufels) welcher der größte Wasserfall in Iguazú ist und meiner Meinung nach, passt der Name ziemlich gut.
Auf dem Rückweg nach Brasilien haben wir noch kurz im DutyFree Shop halt gemacht, wo wir überteuerte Dinge gesehen habne und zum Teil auch gekauft haben.

Am Donnerstag war leider schon unsere Heimreise, aber vorher waren wir noch bei einem Souvinier Shop und danach in einem Vogelpark, der echt meg schön war, weil zum Beispiel einfach mal ein Tukan vor unserer Nase saß :))
Danach gings direkt in Richtung Uruguay und auch diesmal haben wir die Fahrt kartenspielend und redend und natürlich auch schlafend verbracht.
Wir sind gegen 11 Uhr in Montevideo angekommen, wo wir Dolores Menschen nochmal 5 Stunden heimfahren mussten.

Das war Iguazú. 

Ich kann nur sagen: " YFU Friends are friends for life!"

Nun kommen Bilder:

Ein Nasenbär





Wiebke, ich, Keya und Martha

Etwas nass: ich, Doro und Rafael


Hannah und ich :)


Lisa, Rafael und ich :)


Mein Lieblingswodka: Wiebke
 
Ein Tukan zum Abschluss
 
P.S vielleicht kommt noch ein Bilder Post