Donnerstag, 2. Juni 2016

Warum vergeht die Zeit so schnell?

Hallo meine Lieben,
und schon wieder sind ungefähr zwei Wochen seit meinem letzten Post vergangen und es kommt mir einerseits vor, als wäre es vorgestern gewesen, dass ich diesen geschrieben habe, andererseits ist es auch schon wieder ewig her. Genauso ist es mit meinem Auslandsjahr: einerseits kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich hier angekommen bin, andererseits habe ich so viel erlebt, dass es mir wie eine Ewigkeit vorkommt. Ich verstehe einfach nicht wie das mit der Zeit funktioniert... Sie geht mir in letzter Zeit einfach viel zu schnell um & es bleibt mir noch zu wenig. Ich will noch so viel machen, aber es heute (Freitag!) aber einfach nur noch genau fünf Wochen!
Ob ich will oder nicht, muss ich sogar schon langsam anfangen mich von Leuten zu verabschieden, obwohl ich mich doch gar nicht verabschieden will?! 

Ich habe noch so viel vor in der kurzen Zeit: am Samstag gehts mit Julia nach Paysandú, einer Stadt zwei Stunden nördlich von hier, und wir spielen ein bisschen Touristen. Das Wochenende drauf bin ich hier in Mercedes und mache was mit meinen Freundinnen hier, das Wochenende drauf bin ich WAHRSCHEINLICH einen Tag in Colonia und dann eventuell das Wochenende in Punta Del Este, wo man einfach mal gewesen sein muss, wenn man in Uruguay ist (& wo ich btw noch nie war :D)
Dann das Wochenende drauf fangen schon die Winterferien an, das heißt, dass der 24.6 mein letzter uruguayischer Schultag ist, schon verrückt irgendwie. Die letzten zwei Wochen sind Ferien, wo ich hoffentlich noch viel mit Freunden machen kann & dann am 8. Juli steige ich gegen 17 Uhr oder so in den Flieger, zurück nach Deutschland. Ich kann mir das momentan einfach alles nicht vorstellen, einfach wegzufliegen. 

Klar, ich bin das schon gewöhnt, ich hab mich schon von 17.000 Menschen verabschiedet, ja. Aber ich habe mich für ein Jahr verschiedet, nicht für eine unbestimmte Zeit oder sogar vielleicht für immer. Denn das wird hier passieren: ich werde vielen Leuten tschüss sagen und dabei nicht mal wissen, wann und ob ich sie wiedersehen werde. Komisch oder?

Jedenfalls bin auch ich nun bei dem Punkt: ICH WILL NICHT MEHR WEG! Natürlich freue ich mich auf meine Familie & Freunde in Deutschland, sehr sogar, allerdings werde ich meine Familie & meine Freunde von hier vermissen. Ein Teil von mir wird hier bleiben, klar, aber trotzdem: wenn ich gehe, wird es nie mehr so sein wie es jetzt ist. Man ist nur einmal Austauschschüler, wenn ich wegfliege ist es vorbei. Natürlich kann ich wiederkommen, aber es wird anders sein: wenn ich wiederkomme bin ich nicht mehr Frieda, die Austauschschülerin, die in Uruguay wohnt. ich bin Frieda, die ehemalige Austauschschülerin, die zu Besuch da ist. Das ist einfach eine Sache, die es so tierisch schwer macht zu gehen: ICH LASSE EIN LEBEN HIER!


"Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Zuerst will man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es schnell. Man muss einsteigen und dann kommen die ersten mulmigen Gefühle. Dann gibt es Hochs und Tiefs. Aber es wechselt dann sehr schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, ein bisschen stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und eigentlich würde man am liebsten sitzen bleiben und noch mal fahren."

Dieses Zitat ist wohl eins der besten, um ein Auslandsjahr zu beschreiben. Ich erinnere mich noch genau daran, als es noch ewig hin war, bis es losging: aber dann ging es plötzlich schnell und zack!, ich saß im Flieger nach Uruguay! Das Jahr war nicht immer einfach und ich hatte mehrere Momente, wo ich gerne einfach alles hin geschmissen hätte, da ich einfach viele Probleme hier hatte. Ich kann euch aber sagen: es geht immer irgendwann wieder bergauf, das Wichtigste dabei ist einfach, dass man nicht aufgibt. Ich bin ziemlich traurig, dass meine Geschichte Auslandsjahr schon fast wieder vorbei ist, ich bin stolz alle Hürden, die mir in den Weg gestellt wurden, gemeistert zu haben. Ich werde mich bestimmt (auch, wenn ich es mir gerade nicht so recht vorstellen kann) irgendwie wieder freuen in meinem "normalen" Leben in Deutschland zu sein, aber andererseits will man dieses ganze Jahr nochmal durchleben (auch, wenn ich in meinem Fall die unangenehmen Punkte lieber weg lasse).

So, das wars wieder von mir. Eigentlich wollte ich ja über die letzten zwei Wochen schreiben, aber das mache ich im nächsten Post & baue Paysandú dann auch noch mit ein! Der nächste Post kommt, wenn alles nach Plan läuft sehr bald. ich denke, wenn ich Lust und Zeit habe zwischen Sonntag & Dienstag.

Besos,
Friedita <3






Kommentare:

  1. Friederike (Frieda) das war aber mal eine schöne Zeitreise. Ich freue mich für Dich, dass Du alles "gehandelt" hast. Prima! ich habe eine schöne Geschichte für Dich über das Leben als Zeitreise. Ich werde es Dir mal geben, wenn Du wieder zuhause angekommen bist.Deine Pläne für die letzten! Wochen sind toll, Du kommst richtig in Fahrt. Grüße - na von wem? Iema

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    1. Hola Querida, das ist jetzt keine Antwort auf den Kommentar von Iema, aber ich bekomme es nicht anders hin.
      Mein Kommentar ist: Pieeenz. So schön geschrieben! GLGA

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  2. Hey Du, wie immer toll geschrieben und wie immer beeindruckend! Einmalig was Du erlebt hast/ erlebst und wie Du da das in Worte fassen kannst ... gute Zeit weiterhin und lass es Dir gut gehen "auf der Zielgeraden", Papa

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